Nachdem die böse Zauberin besiegt worden war, hatten viele ihrer alten Rhinox-Verbündeten nichts mehr zu tun oder mussten sich mit Gelegenheitsjobs durchschlagen. Besonders schwer traf es Grendor, den Bibliothekar der Rhinoxe in der Zentralbibliothek des Königreichs der Drachen. Grendor, ein schmächtiger und sanftmütiger Bursche, passte nie in die Armee der Rhinoxe und war sehr an einer neuen Laufbahn interessiert.
Eines Tages war Bianca für ein paar Stunden in der Bibliothek, wo sie in Büchern nach dem idealen Ferienort für sich, Spyro und Jäger forschte. Vor lauter Reiseführern ließ Bianca das Zauberbuch der Zauberin dort liegen. Als Grendor das Buch fand, kam ihm ein genialer Plan in den Sinn. Er blätterte das Buch durch und fand einen Zauberspruch, mit dem er seine mickrige Gestalt in eine beeindruckende Masse aus Muskeln und Gehirn verwandeln konnte. Er las den Spruch sofort ab, übersah aber in der Eile, dass er das Buch verkehrt herum hielt. Schon war Grendor verwandelt - allerdings hatte er jetzt statt Muskeln und Gehirn zwei Köpfe und rasende Kopfschmerzen in beiden. Sofort machte sich Grendor auf die Suche nach einem Gegenmittel. Ein Rezept dafür war im Anhang verzeichnet: Es handelte sich um die Flügel von 100 Zauberfeen. - Grendor hat Fünkchen gefangen genommen und mit einem Zauberspruch alle Feen im Königreich der Feen eingefroren. Mit ihrer letzten Zauberkraft sendet die Fee Fünkchen eine verzweifelte Botschaft an den einzigen, der den Feen noch helfen kann...
Nach Einschalten des GBA hat der Spieler zuerst die Möglichkeit, aus fünf verschiedenen Sprachen die gewünschte auszuwählen. Zur Verfügung stehen Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch. Dadurch wird ein großes Publikum angesprochen. In einer kurzen Einführungssequenz sieht der Spieler dann, wie Spyro, Jäger und Bianca am Strand liegen und sie die Botschaft von Fünkchen erreicht. Erst da fällt Bianca auf, dass sie das Zauberbuch nicht mehr hat. Die drei Freunde beschliessen, sich zu trennen. Während Spyro, Jäger und Sparx, die Libelle, sich aufmachen, um den Feen zu helfen, sucht Bianca nach dem Zauberbuch. Bevor man sich nun auf die abenteuerliche Reise macht, landet man im Hauptmenü. Hier hat man folgende Möglichkeiten: Bei "Spiel fortsetzen" kann man ein gespeichertes Spiel aufrufen. Dabei landet man in dem Level, welches man zuletzt betreten hatte. Mit "Neues Spiel" startet man ein neues Abenteuer. In den "Optionen" lassen sich Musik und Sound an- und ausschalten, weiterhin besteht die Möglichkeit, eine Liste der Mitwirkenden aufzurufen.
Die Spielwelt besteht im großen und ganzen aus drei unterschiedlichen Bestandteilen, den Heimatwelten, Königreichen und Toren. Die wichtigste Rolle spielt hier die Heimatwelt der Jahreszeiten im Königreich der Feen. Hier beginnt jedes neue Spiel. Durch die verschiedenen Tore kann Spyro dann in die Königreiche gelangen, doch einige Tore sind erst zugänglich, wenn eine bestimmte Anzahl Feen gerettet wurde. In jeder Welt gibt es eine bestimmte Anzahl von Edelsteinen, die eingesammelt werden sollten. Denn Geldsack bietet nützliche Hilfen an, natürlich nur gegen eine angemessene Bezahlung. Manche Königreiche verbergen auch Rennbahnen, die von Spyro absolviert werden müssen. Natürlich sind auch hier Edelsteine vorhanden, jedoch müssen diese im Gegensatz zu den anderen Königreichen in einer bestimmten Zeit eingesammelt werden. Auch verschiedene Sparx-Welten warten darauf, erforscht und gemeistert zu werden.
Sparx ist die ständige Begleiterin von Spyro und sozusagen sein Gesundheitsmaßstab. Je nach Spyros gesundheitlichem Zustand wechselt sie die Farbe. Musste Spyro noch keinen Treffer einfangen ist sie gelb, ein Zeichen für gute Gesundheit. Nach einem Treffer färbt sich Sparx blau, das heißt, das Spyro leicht geschwächt ist. Nach zwei Treffern wechselt ihre Farbe zu grün, ein Zeichen dafür, dass es jetzt brenzlig wird und nach drei Treffern ist Sparx verschieden und Spyro ist auf sich alleine gestellt. Der nächste Treffer wird ihn jetzt töten. Also sollte man Sparx immer mit ausreichend Schmetterlingen füttern, die äußerst gesundheitsfördernd sind. Sparx sollte auch bei Kräften bleiben, um ihre Welten, die bereits angesprochenen Sparx-Welten, zu meistern. Denn dort muss sie nicht nur Schlüssel einsammeln, sondern auch Heerscharen von Insekten besiegen.
Ein schönes Hilfsmittel bei den Abenteuern in "Seasons of Ice" ist der Atlas. Er ist vom Pausemenü aus aufrufbar, kann aber auch direkt per Druck auf die SELECT-Taste geöffnet werden. In ihm sind alle Königreiche verzeichnet, unter jedem Königreich steht man die Anzahl der zu findenden Edelsteine und Feen. Dadurch hat man immer die Möglichkeit nachzuschauen, welche Bereiche man bereits abgeschlossen hat und in welchen man noch mal vorbeischauen sollte. Als weiteres Hilfsmittel fungiert Jäger, er ist immer bereit, Spyro ein Zusatztraining zu verpassen, wenn besondere Bewegungen nötig sind. Jäger ist einer von Spyros vielen Freunden, bzw. den Charakteren, die im Spiel auftauchen. Denn da sind ja auch noch Fünkchen, Grendor, Bianca und Geldsack. Sie alle spielen eine mehr oder weniger große Rolle bei Spyros Abenteuern.
Die Steuerung Spyros erfolgt über das Steuerkreuz sowie die verschiedenen Buttons des GBA. Mit dem Steuerkreuz wird der kleine Drache in die gewünschte Richtung bewegt, die Buttons dienen dazu, bestimmte Aktionen auszuführen. Die Möglichkeiten sind recht vielfältig, so kann Spyro einen Flammenangriff ausführen, der geschmolzene Feen befreit und Gegner röstet, er kann rennen und rammen, um z.B. Edelsteine aus Behältern zu ergattern oder Gegner aus feuerfestem Stahl zu bezwingen, er kann gleiten, um größere Entfernungen zu überwinden und er kann schweben, um größere Höhen zu erreichen. Es dauert aber leider relativ lange, bis man perfekt mit der Steuerung zurecht kommt, denn sie ist doch ziemlich ungenau. Anfangs wird es leicht passieren, dass Spyro in den Fluten untergeht oder einem Gegner unterliegt, denn gerade beim Rammangriff ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Meiner Meinung nach sind hier die "Spyro"-Teile auf anderen Spielplattformen allein von der Steuerung her vorzuziehen.
Der Spieler betrachtet das Geschehen aus der Vogelperspektive und hat somit eine gute Übersicht. Die einzelnen Spielbereiche, also Heimatwelt und Königreiche, wurden abwechslungsreich gestaltet, so gibt es z.B. eine Lavawüste, das Haus der Herbstelfen oder die Marktebene. Die Edelsteine kann man gut erkennen und auch die gefrorenen Feen hat man fix entdeckt. Die einzelnen Charaktere wurden gut umgesetzt und so hat man keine Probleme damit Spyro auch als solchen zu identifizieren. Auch Bianca und Jäger gleichen ihren Ebenbildern von anderen Spielplattformen fast aufs Haar. Die verschiedenen Farben von Sparx sind ebenfalls gut zu erkennen, von daher dürfte die Einhaltung des optimalsten Gesundheitslevels von dieser Seite aus keine Probleme bereiten.
Die "Season of Ice" wird von einer eingängigen Hintergrundmusik begleitet, die sich den jeweiligen Spielwelten recht gut anpasst. Auf Wunsch kann sie jedoch auch bei den Optionen ausgeschaltet werden, was meiner Meinung nach aber nicht nötig werden wird. Sie stört auch nach längerer Spielzeit nicht. Soundeffekte findet bzw. hört man reichlich, sie tauchen nicht nur beim Einsammeln der Edelsteine auf, sondern auch z.B. bei Spyros Flammen- oder Rammangriffen. So wird das Spielgeschehen gut verdeutlicht. Auch die Gegner kommen nicht so einfach sang- und klanglos daher, verschiedene Gegnergruppen bieten auch verschiedene Soundeffkte. Wer aber meint, auf diese Soundeffekte verzichten zu können, der kann sie ganz einfach bei den Optionen ausschalten. Eine Aktion, die man sich aber doch eher sparen sollte, schließlich machen die Soundeffekte bei einem Spiel viel aus.
Fazit:
"Spyro - Season of Ice" bietet zwar eine ansprechende Hintergrundstory und schöne Spielwelten, jedoch ist die Steuerung zu schwammig und erschwert die Abenteuer unnötig. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, der kann zugreifen, alle anderen sollten doch eher auf eine andere Spielplattform umsteigen und dort Spyros Geschicke steuern. (ds)
Spyro - Season of Ice
Genre: Jump'n'Run
Publisher : Vivendi Universal Interactive
Altersfreigabe: Laut USK geeignet ohne Altersbeschränkung.
Systemvoraussetzungen
Gameboy Advance



