| Am 24. April 2012 erscheint Prototype 2. Prototype 2, die Fortsetzung zu Radical Entertainments spektakulärem Open-World-Spiel aus dem Jahre 2009, entfacht das ungeschlagene Adrenalin-Feuerwerk des Vorläufers erneut und lässt Spieler zur ultimativen Waffe werden. Als der neu infizierte Protagonist, Sgt. James Heller, schlägt der Spieler in beispielloser Bewegungsfreiheit eine Schneise der Verwüstung durch das postapokalyptische New York Zero (kurz: NYZ), wobei er ein überwältigendes genetisches Arsenal an tödlichen, biologischen Waffen ansammelt. Sein Ziel ist einfach aber klar: Mit allen Mitteln den Menschen zu finden und auszuschalten, der für Alles die Verantwortung trägt: Alex... Mercer!
Prototype 2 - Das Review
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Die USA wurde nicht über Nacht gegründet und existiert gerade mal knapp 200 Jahre. Doch die Geschichte um die Eroberung des Kontinentes begann bereits mehrere Jahrhunderte zuvor, nämlich im Jahr 1492. Seit der Entdeckung durch Kolumbus erhoben die damaligen Großmächte Anspruch auf die dortigen Ländereien und Bodenschätze. Konflikte unter den rivalisierenden Großmächten und natürlich auch den Ureinwohnern blieben folglich nicht aus. Dank des Spiele-Entwicklers CDV ist es nun möglich, diese Kriege beinahe realitätsgetreu nachzuspielen.
Das Spiel beinhaltet insgesamt acht Kampagnen. Angefangen kurz nach der Entdeckung durch Kolumbus bis hin zur Unabhängigkeit und Gründung der USA im Jahre 1783 spielt man alle wesentlichen Epochen nach. Im Gegensatz zu anderen Echtzeit-Strategie-Spielen liegt der Schwerpunkt hier weniger auf Mikromanagement, sondern auf ausgewachsenen Massenschlachten. Die Anzahl der Einheiten auf dem Schlachtfeld ist schier überwältigend. Oft laufen mehrere Tausend Soldaten aufeinander zu und liefern sich minutenlange Schlachten. Das soll aber nicht heißen, dass man nur durch Masse statt Klasse gewinnen kann. Denn ohne Köpfchen kommt man auch hier nicht sehr weit. Aber dazu später mehr.
Die ersten Missionen spielen sich noch relativ einfach und dienen eher als Tutorial. Gegner sind hier meist vereinzelte Ureinwohner, die keine wirkliche Bedrohung darstellen. Bekommt man aber den ersten offensiven Auftrag, geht es ans Eingemachte. Bevor man seine erste Indianersiedlung ausheben kann, muss erstmal ein Heer aufgestellt werden. Dazu werden verschiedene Gebäude benötigt und es folgt der genretypische Basisbau. Das erste Gebäude ist stets das Fort. In diesem werden die meisten Militäreinheiten ausgebildet. Außerdem dient es als erste Verteidigungslinie und bietet den besten Schutz vor Angreifern. Bis zu 75 Einheiten können sich im Fort verrammeln und von dort aus den Gegner unter Beschuss nehmen. Vorzugsweise sollte man dafür auf Schützen statt auf Bauern zurückgreifen, um die Effizienz zu erhöhen. Grundsätzlich finden in jedem Gebäude Einheiten Schutz und können dann auch aus der Deckung heraus schießen. Um neue Soldaten auszubilden, schickt man eine entsprechende Anzahl von Bauern in das Fort. Um Bauern herzustellen, benötigt man Wohnhäuser, welche auch gleichzeitig das Bevölkerungslimit erhöhen. Da keine Einheit allein von Luft und Liebe leben kann, müssen zusätzlich noch Felder zwecks Nahrungsversorgung angelegt werden, welche logischerweise auch von den Bauern bestellt werden. Außerdem sind Bauern für den Bau und die Instandhaltung sämtlicher Gebäude zuständig. Die benötigten Rohstoffe (Holz, Kohle, Eisen, Stein und Gold) für den Gebäude- und Einheiten Bau, sowie der Upgrade Forschung, werden durch Holzhacken und harte Minenarbeit gewonnen. Hat man alle wesentlichen Gebäude und Rohstoffe zusammen, kann mit der Ausbildung einer schlagkräftigen Armee begonnen werden.
Viele Einheiten-Typen stehen dabei nicht zur Auswahl. Um das 16. Jahrhundert sind es im wesentlichen Pikeniere und Hakenbüchsenschützen. Im 17. Jahrhundert werden Nahkämpfer gänzlich durch Musketiere und weitere Schützen sowie schwere Geschütze ersetzt. Durch aufgepflanzte Bajonette können sich Musketiere aber auch im Nahkampf behaupten. Damit die Einheiten nicht machen was sie wollen, sollte man zusätzlich noch Offiziere und Trommler dabeihaben. Mit ihnen lassen sich die Soldaten zu effizienten Einheiten mit Formationen überreden. Das bringt viele Vorteile im Kampf. Ohne Offiziere verliert man gerade in großen Schlachten schnell die Kontrolle. Außerdem darf man Fahnenträger mit in die Schlacht führen, welche dir Moral der Truppe steigern.
Um nun eine Indianersiedlung klein zu kriegen, sollte man sich nicht mit einer popeligen Truppe von 50 Mann begnügen. Diese werden in kürzester Zeit aufgerieben. Da sollten es schon eher so was um die 300 sein und selbst dann kann es noch vorkommen, dass niemand überlebt. In diesem Fall hilft es nur, die Mannstärke drastisch zu erhöhen und es noch mal zu versuchen. Mögen gegen kleine Indianerstädte einige Hundert Mann reichen, braucht man später gegen wirkliche Gegner, wie Spanier, Engländer und Franzosen mehrere Tausend. Am Ende solch gewaltiger Schlachten steht meist nur noch ein Bruchteil der einst so großen Armee. Bei derart großem Getümmel kann man per Tastendruck in eine stark heraus gezoomte Ansicht schalten, um den Überblick zu behalten.
Gegnerische Gebäude müssen nicht zwingend zerstört werden. Es ist sogar oft klüger diese einzunehmen. Dazu klickt man auf den Eingang und lässt seine Leute hinein spazieren. Ein Haus, in welchem sich vielleicht zehn Verteidiger verschanzen, ist leicht einzunehmen. Dieses Gebäude kann dann ein strategisch wichtiger Punkt bei der weiteren Expansion sein. Bei einer Festung mit 100 oder mehr Verteidigern sieht es da schon anders aus. Da werden schon sehr viele Soldaten fallen, bevor sie den Eingang überhaupt erreichen. Überhaupt sollte die Zahl der Soldaten für einen erfolgreichen Angriff auf eine Siedlung deutlich höher als die der Verteidiger sein. In einigen Missionen fehlt die Möglichkeit Truppen zu bauen gänzlich. Hier ist der Taktiker gefragt. Besonders effizient sind Flankenangriffe. Greift man seinen Gegner von zwei Seiten gleichzeitig an, kann es sein, dass feindliche Soldaten in Panik verfallen und die Flucht ergreifen. Flüchtende Einheiten sind leichte Beute und eine gute Möglichkeit, den Feind ohne große Verluste zu dezimieren.
Des weiteren sollte man auch stets ein Auge auf die Nahrungsmittelvorräte haben. In einer Mission beispielsweise muss der Eroberer Pizzaro eine reiche Indianerstadt plündern. Mit dem dort erbeuteten Gold darf er dann neue Einheiten kaufen, welche per Schiff geliefert werden. Man selbst besitzt keine Siedlung, um Soldaten zu rekrutieren. Kauft man sich unvorsichtigerweise eine zu große Armee, werden die Nahrungsmittelvorräte zu schnell aufgebraucht und es droht eine Hungersnot, an der nach und nach alle zugrunde gehen.
Neben den acht Kampagnen gibt es noch einige Einzelspielerkarten. Darüber hinaus stehen noch Zufallskarten und ein Mehrspielermodus für bis zu sieben Teilnehmer zur Verfügung.
Obwohl sämtliche Einheiten im nicht mehr aktuellen 2D Gewand daherkommen, ist die Grafik dennoch ausgesprochen detailliert und hübsch anzusehen. Mit derartigen Massenschlachten in 3D käme allerdings auch kein Rechner zurecht. Das Terrain ist beinahe fotorealistisch und sämtliche Einheiten sind gut animiert. Besonders gut ausgefallen sind die Gebäude. Diese stehen im korrekten Maßstab zu den Einheiten, was der Realitätsnähe sehr zuträglich ist. Auch die Schiffsspiegelungen im Wasser suchen Ihres gleichen.
Auch von der akustischen Seite gibt es Positives zu vermelden. Schlachtengeräusche wie Gewehre, Explosionen und Schreie wirken allesamt sehr authentisch. Auf dümmliche Rückmeldungen oder Kommentare seitens der Einheit hat man komplett verzichtet. Auch die Musik passt sehr gut zum Geschehen und fügt sich nahtlos in die gelungene Atmosphäre ein.