| Am 24. April 2012 erscheint Prototype 2. Prototype 2, die Fortsetzung zu Radical Entertainments spektakulärem Open-World-Spiel aus dem Jahre 2009, entfacht das ungeschlagene Adrenalin-Feuerwerk des Vorläufers erneut und lässt Spieler zur ultimativen Waffe werden. Als der neu infizierte Protagonist, Sgt. James Heller, schlägt der Spieler in beispielloser Bewegungsfreiheit eine Schneise der Verwüstung durch das postapokalyptische New York Zero (kurz: NYZ), wobei er ein überwältigendes genetisches Arsenal an tödlichen, biologischen Waffen ansammelt. Sein Ziel ist einfach aber klar: Mit allen Mitteln den Menschen zu finden und auszuschalten, der für Alles die Verantwortung trägt: Alex... Mercer!
Prototype 2 - Das Review
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Passend zur bevorstehenden Winterzeit beginnt das Abenteuer von Michael - dem Helden der Geschichte - in einer tief verschneiten, dem Monitor das Frieren beibringenden Winterlandschaft. An einer scharfen Kurve kommt ihm ein etwas unsanft bremsender Truck entgegen und es macht natürlich mächtig "Krawumm". Jetzt liegt Michael, der nach diesem Unfall noch relativ gesund aussieht, bewusstlos oder tot (?) neben seinem Wagen und das Intro entlässt den Betrachter der Szene in das Spiel. Michael erwacht an einem vollkommen anderen Ort, und was noch besser ist, in einer längst vergessenen Welt. Plötzlich und umringt von Klostermauern erfährt er von verschiedenen Mönchen, dass er der Auserwählte sei, auf den die Brüder schon seit Jahren gewartet hätten. In einer Welt, in der das Gute gegen das Böse kämpft, soll er es den Burschen aus der Unterwelt gehörig heimzahlen und ihnen zeigen, wo der Pfeffer wächst. Nach einer kurzen Episode des Lernens, in der ihm gezeigt wird wie er zu kämpfen und sich zu bewegen hat, wird er in eine abstruse und schaudererregende Welt entlassen.
Kaum hat er die Klostermauern hinter sich, begegnet ihm ein Engel, der ihn tiefer in die Geschichte einführt. Danach bekommt er noch ein paar weitere Infos und ein schickes Schwert vom Meister des Lichts, der zufällig auch grad zugegen ist und kann sich nun voll und ganz in sein Abenteuer stürzen. Wer hätte das gedacht, müssen drei Artefakte herbeigeschafft werden, um den Liebhabern der Dunkelheit das Licht wieder anzuknipsen. Dabei wandelt Mike durch Dungeons, öde Sümpfe und auch durchs futuristische Berlin. Zum Glück kann er sich gelegentlich und für kurze Zeit in einen Superhelden oder einen Magier verwandeln, die beide schier unverwundbar scheinen. Leider hält der Spaß aber nur zu kurz an, und Michael muss wieder richtig schwitzen, um den Steinen auf die Spur zu kommen. Ob er Magier- oder Kämpferperioden durchleben will, muss er übrigens schon beim Meister des Lichts entscheiden, dem er anfänglich begegnete. Später lässt sich das nicht mehr ändern. Ein Grund also, die Story zweimal durchzuspielen, wobei es dann auch wesentlich mehr Spaß machen sollte, da man sich beim ersten Versuch halb tot sucht in den massenhaft verschlungenen Gängen und Wegen - und das zu allem Übel ohne jegliche Karte oder Navigationshilfe.
Spielen lässt sich das Ganze in gehobener Action-Adventure-Manier mit teilweisen RPG-Elementen. Letztere sind daran erkennbar, dass der Held im Laufe des Spiels einiges an Erfahrungspunkten sammeln kann, die bei Konfrontationen mit Monstern oder humanoiden Neuzeitgegnern für ein kürzeres Gemetzel als anfänglich sorgen. Dabei muss dann aber in typischer Actionmanier auf die Gegner eingedroschen oder geschossen werden, ehe sie sich die Mühe machen dem weiteren Spielverlauf im Wege zu stehen. Das kostet natürlich Kraft und Gesundheit, über deren Zustand man anhand zweier Balken am Bildschirmrand immer auf dem Laufenden gehalten wird. Gesundheitspacks findet man aber zuhauf, so dass man ruhigen Gewissens auch ab und zu einmal etwas riskieren kann. Gegen Spielende sieht's da aber schon etwas mau aus, hier hat der Spieler aber dann auch schon einiges drauf, um den Gefahren gebührend zu begegnen. Das anfänglich gemachte Geschenk in Form eines Lichtschwertes braucht aber nur bei fiesen Endmonstern eingesetzt werden, die nur damit überwältigt werden können. Ansonsten nervt die Zeit, in der das Ding wieder aufgeladen werden muss, doch zu sehr, so dass man lieber mit anderen Mordinstrumenten hantiert. Davon gibt es reichlich im Spiel, so dass für genug Abwechslung gesorgt ist. Das reicht dann von Messern, Äxten und Schwertern bis zu neuzeitlichen Wummen.
Sind alle drei Antik-Klamotten beisammen, können dem Chef der Hölle endgültig Manieren beigebracht werden. Hier kommt Michael dann eigens in die letzte von drei Spiel-relevanten Welten, in das "Reich des Bösen". Was danach aus dem anfänglich eigentlich dahingeschiedenen Michael passiert, soll hier nicht verraten werden.
Grafik
Wer sich das Spiel im Geschäft auserwählt hat, sollte nicht zu viel erwarten. Ziemlich grob modellierte Charaktere wandeln in einer noch grober gestalteten Welt daher. Man kann zwar deutlich erkennen ob es sich um einen Baumstamm oder einen Felsen handeln soll, die Pinselstriche sind für heutige, moderne Spiele aber eindeutig zu dick ausgefallen. Das spart natürlich enorm Rechenpower, die sich dadurch deutlich positiv auf die Geschwindigkeit auswirkt. Um die 1 Gigahertz sollten es aber dennoch sein, damit auch bei höheren Auflösungen noch flüssig gespielt werden kann. Dann sieht das Ganze auch schon etwas besser aus.
Egal in welcher Location oder Zeit sich Ihr Held befindet, eines ist immer auf dem Bildschirm sichtbar, nämlich der Held selbst. Gespielt wird in der 3rd-Person-Perspektive, ganz wie Lara Croft oder Kitty Hawk. Natürlich hat man dann noch besagte zwei Balken links unten, um nicht zu vergessen wann die nächste Medizin eingenommen werden muss.
Auch wenn alles ziemlich altbacken und bekannt wirkt, macht es dennoch Spaß den Helden durch die Gegend zu scheuchen. Er hat zwar scheinbar unter einem Hüftschaden zu leiden, weil er bei Eigenrotation zu schweben scheint, stören tut dieser Umstand aber nur geringfügig, liegt die Konzentration doch eher auf anderen Dingen.
Sound
Auch hier wird man nicht von überwältigenden Neuerungen überrascht - warum auch. Das altbewährte untermalt auch dieses Spiel vortrefflich. Lobenswert sind hier vor allem die gut gesprochenen Monologe - Michael hat nur 2-3 Mal ein Wörtchen mitzureden und das per Mausklick - bei denen man sich alle Mühe gegeben zu haben scheint. Auch die Kulisse der Hintergrundmusik weiß zu überzeugen und unterstützt die Atmosphäre gebührend. Dass es bei einem Schuss knallt und man bei Schwertschlägen ein metallisches Geräusch wahrnehmen wird, ist selbstverständlich. Zu erwähnen bleibt nur, dass man anfangs die Musiklautstärke im Optionsmenü unbedingt runterschrauben muss, sonst versteht man von den hinhörenswerten Gesprächen nämlich kein Wort.
Bedienung
Bei dieser Kategorie macht das Game die meisten Punkte. Der Held spurt bei jedem Tastendruck präzise und gehorcht der Maus aufs "Wort". Auch ist es schön zu sehen, dass Michael beim Befehl "Springen" auch wirklich springt und man ziemliche Sätze machen kann. Wie oft, hüpft man bei anderen Games da daneben oder quält sich sonst wie ab. Wasserlöcher oder Lavagräben sind so kein Problem. Umständlicher ist da schon die Handhabe der Medizin. Hier muss man erst ins Inventar gehen und sich damit versorgen. Zwar kann man auf diese Weise eine gehörige Sammlung anlegen, nützlicher wäre aber eine einfachere Handhabe. Schlüssel und dergleichen benutzt der Held ja schließlich auch automatisch. So wandelt Michael eben durch diverse Areale und ist größtenteils damit beschäftigt, seine Gegner entweder im Nahkampf mit Schwert oder Pistole zu bekämpfen oder sie im Fernkampf mit Snipergewehr oder Armbrust zu erledigen. Dabei hat er auch diverse riesige Schalter zu betätigen und allerlei Nützliches einzusammeln. Die voreingestellte Konfiguration der Tastatur ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch gut spielbar. Natürlich kann man das aber auch vollkommen an seinen persönlichen Geschmack anpassen. Genauso komfortabel kann man auch die Grafik- und Soundeinstellungen dem System passend konfigurieren.
Um die Hatz nach den drei Steinen nicht allzu schwer werden zu lassen, ist es möglich jederzeit einen Schnellspeicherpunkt anzulegen oder wieder aufzurufen. Einen festen Speicherpunkt kann man natürlich auch von Zeit zu Zeit anlegen, sollte man mal aus Versehen in einer brenzligen Situation auf den Schnellspeicherknopf gedrückt haben. So kann man sich Ebene für Ebene durch das Spiel arbeiten, ohne dass größerer Stress aufkommt.
Wenn man die Story komplett durchspielen will, kann man je nach täglichem Zeitaufwand schon ein paar Wochen benötigen, danach ist aber Schluss mit lustig. Eine Mehrspielerfunktion besitzt das Spiel nicht, so dass es kaum Motivation für eine längere Beschäftigung mit dem Game geben sollte. Natürlich kann man nun mit der jeweils anderen Vorauswahl (Magier, Kämpfer) das Spiel noch mal spielen, sollte aber, um den Reiz zu erhöhen, etwas Zeit dazwischen verstreichen lassen. Die Variante einen anderen von den drei zu Beginn angebotenen Schwierigkeitsgraden auszuprobieren, ist hier auch nicht sehr verlockend.