Prototype 2 - Das Special




Am 24. April 2012 erscheint Prototype 2. Prototype 2, die Fortsetzung zu Radical Entertainments spektakulärem Open-World-Spiel aus dem Jahre 2009, entfacht das ungeschlagene Adrenalin-Feuerwerk des Vorläufers erneut und lässt Spieler zur ultimativen Waffe werden. Als der neu infizierte Protagonist, Sgt. James Heller, schlägt der Spieler in beispielloser Bewegungsfreiheit eine Schneise der Verwüstung durch das postapokalyptische New York Zero (kurz: NYZ), wobei er ein überwältigendes genetisches Arsenal an tödlichen, biologischen Waffen ansammelt. Sein Ziel ist einfach aber klar: Mit allen Mitteln den Menschen zu finden und auszuschalten, der für Alles die Verantwortung trägt: Alex... Mercer!

 

Prototype 2 - Das Review
Prototype 2 - Das Gewinnspiel
Prototype 2 - Screenshots

 


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SchwachSuper 
Erstellt am 05. Juni 2011 Geschrieben von Sven Wagener Kategorie: PC
Veröffentlicht am 05. Juni 2011 Zugriffe: 310
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Ein Game mit neuem, innovativem Gameplay sollte es werden, eine angefangene Baustelle ist es geworden: die Rede ist vom vielversprechenden "Car Tycoon"; einer Wirtschaftssimulation, in der Sie von den 1950ern bis ins jetzige Jahrtausend zum erfolgreichsten Manager eines PKW-Konzerns reifen sollen.

Die Story
Eine richtige Story existiert nicht, aber es lässt sich trotzdem eine zusammenbasteln. Sie befinden sich in den USA der 1950er-Jahre, die Autoindustrie boomt und Sie wollen den größten Autokonzern der Region aufbauen. Die nötige Infrastruktur liegt bereits vor, sie muss nur noch der Stadt abgekauft werden. Leider haben auch drei weitere Konkurrenten die Gunst der Stunde erkannt und wollen ebenfalls expandieren. Ein harter Konkurrenzkampf um die besten Autos mit den günstigsten Preisen entwickelt sich.

Das Game
Die Story hört sich sehr gut an, vermutet auch ein innovatives Spiel, erwähnt aber nicht die mangelnde Umsetzung. Schon das Tutorial ist mäßig gemacht: der Text wird nicht vorgelesen, die zu drückenden Buttons werden nicht hervorgehoben. Immerhin werden alle Funktionen aufgezeigt, aber brauchbare Tipps oder Strategien werden nicht vermittelt. Der Spielablauf ist in allen zwanzig Missionen bis auf kleine missionsbedingte Unterschiede identisch: Sie starten mit einigen bereits entwickelten Autoteilen und basteln daraus ein halbwegs brauchbares Modell zusammen. Dabei müssen Sie auf ein gutes Zusammenspiel zwischen Karosserie, Innenraum, Motor und Fahrwerk achten, was durch eine Prozentangabe angezeigt wird. Im folgenden Schritt wird Ihre Neukreation gebaut und an Ihre Vertriebsstelle gefahren. Bei mäßigem Verkaufserfolg senken Sie einfach den Preis und starten PR-Aktionen und flächendeckende mediale Werbung. Zusätzlich können Sie in Ihrer Werkstatt kostenlose Dienste wie Check-ups oder Garantien anbieten. Diese Aktionen sollten wegen der leicht manipulierbaren Bevölkerung ständig ausgeführt werden. Nun melden Sie sich in allen Rathäusern zu den zufällig stattfindenden Auktionen an. Haben Sie sich etwas Geld geliehen, starten Sie die Entwicklung verbesserter Einzelteile oder gleich eines neuen Fahrzeugtyps. Schon ist die Action vorbei. Wegen den langen Entwicklungszeiten (auch bei schneller Spielgeschwindigkeit) bleibt Ihnen nur das Abwarten. Während dieser Zeit hat es sich bewährt, die Karte auszukundschaften; dadurch finden Sie sich wenigstens etwas besser in der großen Map zurecht, da eine Übersichtskarte nicht ständig verfügbar ist. Falls der Gewinn optimiert werden soll, bietet es sich an die Lager zu überprüfen. Sind diese voll, helfen noch massivere Werbung und Preissenkungen weiter. Bei leeren Beständen können Sie etwas an der Preisschraube drehen. Jetzt warten Sie einige Spielstunden, entwickeln und verkaufen so viel wie möglich und schon haben Sie auch die schwerste Mission erfolgreich bestanden. Für Abwechslung sorgen die immer neuen Fahrzeugtypen; bis zum Jahr 2006 haben Sie oder Ihre Konkurrenz bis zu 400 verschiedene Modelle angefertigt.

Das Game besitzt noch viel mehr Optionen, von denen Sie jedoch kaum Gebrauch machen werden, da nicht erforderlich bzw. schlecht umgesetzt: Zulieferer bieten noch nicht entwickelte Fahrzeugbestandteile zu horrenden Preisen an. Da nicht nur jedes gekaufte Teil, sondern auch der einmalig zu zahlende Anfangsbetrag doppelt so hoch ausfallen wie bei eigener Entwicklung, rechnet sich der Zeitvorteil nicht. Ein anderes, kaum profitables Feld sind Großaufträge. Diese bekommen Sie jedoch nicht angeboten, sondern müssen selber auf der riesigen Map nach Großabnehmern suchen. Diese wollen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens eine größere Menge eines Autotyps kaufen, erwarten aber als Gegenleistung massive Preissenkungen. Da die Menge nie groß genug ist um damit einen angemessenen Gewinn zu erzielen, sie aber ausreicht um einige Ihrer Fabriken monatelang auszulasten und damit weniger Autos für Einzelverkäufe bereitstehen, werden Großabnehmer allerhöchstens im weiteren Spielverlauf oder in bestimmten Missionen interessant. Außerdem kann es durchaus vorkommen, dass bereits gebaute Autos nie beim Auftraggeber ankommen. Ein weiteres ungenutztes Feature ist die Möglichkeit der Spionage und der Sabotage. Spionagearbeit lohnt sich kaum, da Sie zwar oft mit Gegnerinfos versorgt werden, diese jedoch beim nächsten Fensteraufruf nicht mehr verfügbar sind. Demnach haben Sie die Wahl zwischen einem ständig geöffneten Spionagefenster, der den sichtbaren Ausschnitt stark verkleinert, oder temporären Informationen, die Ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich weiterhelfen und auch keine Tendenzen zulassen. Die Sabotagefunktion wird Sie ebenfalls kaum interessieren, da diese den (schwachen) Gegner nie wirklich behindert.

Die angebotenen Statistiken sind ebenfalls nicht zu gebrauchen. Sie können zwar jedes Haus und jeden Bürger anwählen und dessen Kaufkraft herausfinden, aber da keine allgemeine Statistik vorliegt, ist dies nicht mehr als reine Spielerei. Weiterhin besteht die Möglichkeit Schrottplätze anzuklicken und die abgegebenen bzw. weiterverkauften Autotypen einzusehen. Da dies meisten Autos sind, die Sie schon lange nicht mehr produzieren und auch hierzu keine allgemeine Statistik existiert, werden Sie alle Schrottplätze meiden. Mit Aktien handeln dürfen Sie auch, bringt Ihnen aber nur eine niedrigere Liquidität und mäßige Gewinne; also werden sie dieses Feld ebenfalls verschmähen. Die verfügbaren Statistiken sind mehr als mager ausgefallen: Das Barvermögen, der Gesamtgewinn, die Auslastung Ihrer Fabriken, der Autoverkauf, Ihr Umsatz sowie der Firmenwert werden zwar grafisch dargestellt, aber nicht mit Zahlen konkretisiert. Zudem ist jeweils nur ein Jahresergebnis auswählbar, wodurch ein Gesamtverlauf nicht erkennbar wird.

Damit sind wir schon bei den zahllosen Kritikpunkten angelangt. "Car Tycoon" befand sich allem Anschein nach bei dessen Veröffentlichung noch im Betastadium. Einige Beispiele gefällig? Das Spiel ist ohne CD spielbar, es werden einfach alle Dateien auf die Festplatte kopiert. Dies ist praktisch eine Einladung an alle Raubkopierer; die meisten Firmen achten deshalb darauf, dass die Original-CD bei Spielstart im Laufwerk steckt. Dies wäre durch eine Auslagerung der Filme, Musik oder Texturen problemlos realisierbar. Der Multiplayer-Modus wurde vorerst gestrichen und soll per Patch nachgereicht werden. Alle Daten hierfür (z.B. die dafür nötige Oberfläche) sind jedoch bereits vorhanden, dieses Feature wurde also nur aufgrund von Problemen gestrichen. Stöbert man ein wenig in den Verzeichnissen, fallen einige (übrigens nicht funktionierende) Hilfsprogramme sowie ein Entwicklerkommentar auf. Dort heißt es, dass die Reihenfolge der Rathausnummerierung ein wenig durcheinandergekommen sei; ein Nutzen für den User ist nicht ersichtlich. Die "Car Tycoon"-CD heißt "NEU"; das spricht für sich. Features, die im Handbuch ausdrücklich beschrieben sind, wurden nicht umgesetzt. Hier sei die für jedes Ressort einzeln einstellbare Forschungsintensität exemplarisch genannt. Die Speicher-/Ladefunktion ist nicht brauchbar. Das Game stürzt beim Speichern oder beim Laden ab, so dass jede Mission durchgespielt werden muss. Die Maus ist nur bei Bewegung, manchmal aber auch gar nicht sichtbar. Dieser offensichtliche Fehler sollte keinem Profi verborgen bleiben; ein paar Zeilen an zusätzlichem, rudimentärem Programmcode würde diesen Bug beheben. Ebenfalls mit relativ wenig Aufwand ist die Erkennung sowie Umstellung der Bildschirmauflösung realisiert. Startet man das Spiel nicht in der 1024x768-er Auflösung, ist die Startleiste erkennbar. Das Game ist sehr instabil, der bereits erschienene erste Patch verschlechtert die Lage auf vielen Rechnern noch mehr. Am Spielanfang muss man einen Firmennamen angeben; dieser wird jedoch nie benutzt. Selbst nach Auktionen bekommt man nur mitgeteilt, "Player 4" habe das Objekt ersteigert. Die computergenerierten Fahrzeuge heißen "computer car x".

Sind dies noch mehr oder weniger Marginalien, so zeigt die Spielbalance deutliche Mängel. So haben Sie je nach gewähltem Firmenlogo bzw. -farbe unterschiedliche Startvoraussetzungen, die jedoch nicht beschrieben werden. Großabnehmer, Werbeagenturen, Tankstellen, Zulieferer, etc. müssen auf den riesigen Maps gesucht werden, lassen sich also nicht per Knopfdruck durchschalten. Die Angebote der Werbeagenturen und Banken unterscheiden sich teilweise erheblich, wodurch vor Vertragsabschluss alle Anbieter aufgesucht werden müssen. Lässt sich dies noch halbwegs durch einen größeren Simulationsaspekt begründen, lässt sich das Preis-/Leistungsverhältnis bei den Kreditinstituten sowie PR-Agenturen nicht durchblicken. So werden im gleichen Haus die selben Kreditsummen mit gleicher Laufzeit mit unterschiedlichen Zinssätzen belastet; bei den Werbeagenturen scheint die Lage noch verquerer: dort heißt es oft "mehr Leistung, kleinerer Preis". Ihre Gegner haben bei Auktionen immer genug Geld um Sie zu überbieten; anscheinend kennen sie alle Versteigerungstermine im Voraus und beschaffen sich genügend Geld. Ein weiterer Designfehler ist die Tatsache, dass KI-gesteuerte Konkurrenten nicht pleite gehen können. Die Anlaufzeiten sind viel zu lang; haben Sie bei anderen WiSims mehr zu tun, als Sie Zeit haben, ist bei "Car Tycoon" Warten die oberste Maxime. Vor allem die langen Entwicklungszeiten lassen Sie fast einschlafen. Zu toppen sind diese offensichtlichen Schwächen nur noch mit der Tatsache, dass alle Straßen bereits nach wenigen Jahren vollkommen zugestopft und kaum noch Autos zu verkaufen sind. Anscheinend haben sie Beta-Tester keine Zeit gehabt, das Game bis zum Schluss durchzuspielen.

Grafik, Sound, Steuerung
An der Grafik gibt es viel auszusetzen: alle Objekte (selbst die Menüs) bestehen ausschließlich aus Bitmaps. Dadurch wird die Grafik-Engine nicht nur langsam, beim Hereinzoomen pixelt die Umgebung auch stark auf. Zudem bestehen alle Animationsstufen lediglich aus wenigen .bmps. Immerhin haben sich die Grafiker viel Mühe mit den Häusern, Fabriken, Autos und Menschen gemacht. Alles wirkt sehr abwechslungsreich und besitzt einen relativ hohen Detailgrad. Die Introsequenz gefällt übrigens genauso wie die vielen Kurzvideos Ihrer Sekretärin. Deren Meldungen sind zwar nicht immer wichtig und lassen sich auch abstellen, sind aber technisch gut gemacht; selbst ihr Kommentar wurde professionell gesprochen und einwandfrei gesampelt.

Womit wir beim Sound wären: Neben der Sekretärstimme überzeugt die passende Hintergrundmusik, die gut in die simulierte Zeit passt und sich nicht allzu schnell wiederholt. Etwas eintönig und nervig wirkt hingegen die restliche Soundkulisse; man hört dauernd die selben Hupen und Motorgeräusche, beim Anwählen eines Gebäudes ertönt ebenfalls ein oftmals schriller Ton.

Die Steuerung ist ein zweischneidiges Schwert. Die Buttons sind gut angebracht, man vermisst jedoch zusätzliche Schaltflächen (siehe oben). Die Handhabung gestaltet sich wegen der nicht zu großen Komplexität leicht, manche Features oder Infos sind jedoch nicht sinngemäß angeordnet. Außerdem müssen Sie bei jedem Autohaus, jeder Werkstatt und in jedem Rathaus jeden Parameter einzeln einstellen. Vor allem, wenn Sie flächendeckend mehr Service oder Rabatt einführen möchten, artet diese Aktion zu richtiger Arbeit aus. Die Darstellung der Autotypen vom Klein- bis zum Sportwagen ist ebenfalls unglücklich ausgefallen. Zwar wurden diesen kleine Bildchen, jedoch keine eindeutigen Bezeichnungen zugeordnet. So wissen Sie vor allem in den ersten Spielstunden nicht, welchen Autotyp Sie gerade bauen bzw. entwickeln. Erst Ihre Vertriebe und die Jahresbilanzen geben darüber Aufschluss.

Laut Herstellerinformation soll demnächst ein Patch verfügbar sein, der den Multiplayer-Modus ermöglicht und weitere Spielverbesserungen bringt. Es heißt also weiterhin: abwarten.

Fazit:
Im jetzigen Zustand ist "Car Tycoon" eigentlich nicht spielbar; zu viele Bugs, Design- und Steuerungsfehler mindern den Spaß an diesem eigentlich guten Spiel. Wer auf einen perfekten Einstieg in das Wirtschaftssimulationsgenre wartet und nicht zu viele Produktionsabläufe verstehen will, sollte auf den hoffentlich umfangreichen Patch warten und erst danach "Car Tycoon" kaufen. Bis dahin heißt es: Finger weg! (ae)

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