Der Vorstellung der Charaktere folgt das Inhaltsverzeichnis, dem ihr entnehmen könnt, dass das Buch aus vier Kapiteln sowie einem Prolog und einem Epilog besteht. Die einzelnen Kapitel sind dabei noch in kleine Unterkapitel unterteilt, die ebenfalls noch eine grobe Aufteilung haben. Das wirkt aber in keiner Weise störend, sondern erleichtert es euch, der Geschichte zu folgen. Etwas störend wirken jedoch die recht häufig vorkommenden Rechtschreibfehler, auch die Tatsache, dass die Autorin sehr oft einen extrem kurz gehaltenen Satzbau verwendet hat, fand ich persönlich nicht so gut.
Im Prolog treffen Al und Iris, die von Max begleitet wird, aufeinander, wobei Al Iris' Fähigkeiten als Weißmagierin am eigenen Leib zu spüren bekommt. Im weiteren Verlauf der Geschichte lässt Max Iris bei Al in Bastok zurück, da er etwas erledigen muss. Um sich die Zeit zu vertreiben, widmen sich die beiden ihrem jeweiligen Training, bestehen kleinere Abenteuer und lernen einander besser kennen, bis sie unter etwas unerwarteten Umständen wieder auf Max treffen.
Bei ihren Vorbereitungen für ihre Teilnahme an einem von zwei geplanten Feldzügen begegnen sie Peta und Jed und beschließen ein Bündnis zu bilden, wobei Al der Bündnisführer wird, da er das Abzeichen der Abenteurer von Bastok trägt. Während des Feldzugs stößt dann Shera zu ihnen, die sich diesem Bündnis anschliesst. Mit wichtigen Entdeckungen kehren die Abenteurer nach Bastok zurück. Al wird von Peta gebeten, sie und Jed auf eine Reise zu begleiten, dieser sagt aber erst zu, als er von der Regierung Bastoks einen politischen Auftrag am Reiseziel erhält. Al, Iris, Peta, Jed und Shera verlassen Bastok und machen sich auf den Weg nach San'doria.
Der Weg führt die Abenteurer von Gustaberg aus über die Hügel von Seiham und das Konschtat-Hochland in die Sanddünen von Valkurm, wo sie ernstlich in Gefahr geraten. Max stößt wieder zu ihnen und rettet die Situation, doch Al wird verletzt. In einer Hafenstadt machen sie Halt, und während Al sich auskuriert, erfahren alle von Max näheres zu Iris' Vergangenheit. Nach einigen Tagen brechen die Bündnispartner wieder auf, erleben noch einige Abenteuer und erreichen schließlich die Hauptstadt von San'doria.
Wie es dort weitergeht? Tja, um das zu erfahren, müsst ihr das Buch schon selber lesen, ich habe schon genug verraten.
Die Spannung baut sich bei Final Fantasy XI: Das Lied des Sturms recht langsam auf und flacht an einigen Stellen auch wieder stark ab. Dennoch ist das Buch durchaus lesenswert, allerdings sollte man sich schon für das Fantasy-Genre interessieren. Alle Final Fantay-Kenner werden sich über alte Bekannte aus der Serie freuen, denn man trifft beispielsweise auf Cid, auf Chocobos und auf Moogles. Letztere tragen im Spiel „Final Fantasy IX“ den Namen Mogrys, falls einem der Begriff Moogles nichts sagt.
Das Lied des Sturms ist übrigens erst der Anfang der Final Fantasy XI Online-Buchreihe, insgesamt gibt es mittlerweile sechs Bände. Der nächste Buchbericht wird sich dem zweiten Teil der Reihe widmen, nämlich Final Fantasy XI Online: Der Sternenschwur
Zu guter Letzt noch eine kleine Leseprobe aus Final Fantasy XI: Das Lied des Sturms:
Die Küste von Gustaberg besaß keinen Sandstrand. Sie bestand nur aus schroff aufragenden Klippen. Das Ödland war mit groben Felsvrocken übersät und endete direkt am Meer – so als hätte es jemand mit einem gewaltigen Messer abgeschnitten. Die Wellen tosten dort gegen die Felsen, und weit oben sah man die weiße Linie aus Gischt, die sich an den Klippen entlangschlängelte, als eine gezackte Grenze zwischen Land und Meer. Dort oben am Klippenrand ragte ein großer Felsbrocken empor, der ausschaute, als würde er jeden Moment ins Meer stürzen. Kam man einige Schritte näher, konnte man erkennen, dass der Felsen fast dreimal so groß wie ein Mensch war.
Dahinter stand ein Junge. Er trug einen nagelneuen Lederharnisch und hielt ein Kurzschwert in der rechten Hand. Wahrscheinlich war auch das Schwert noch nie benutzt worden, denn die Klinge glänzte silbern im Licht der Sonne. Er wirkte jung. Vielleicht 16 oder 17. Er atmete heftig.
Beruhige dich, Alfred! Alfred – Al – wischte mit der noch freien linken Hand einen großen Schweißtropfen von der Stirn. Seine hellen braunen Haare klebten in seinem Gesicht. Einige lose Strähnen hingen direkt vor seinen kastanienbraunen Augen.
Die Sommersonne hatte ihren Zenit fast erreicht. Es war drückend heiß. Aber der Schweiß auf seiner Stirn rührte wohl nicht nur von der Hitze her. Betrachtete man den winzigen Spalt zwischen den Klippen und dem riesigen Felsbrocken genauer, so bemerkte man dort eine merkwürdige Kreatur. Al versuchte sich gerade, um den Fels herum an das Wesen anzuschleichen.
Es hatte einen Körper, der so dünn wie ein Stock war und völlig weiß. Er bestand aus vielen elastischen Gliedern, die mit Gelenken verbunden waren, sodass es sich gut schlängeln konnte. Mit einem Wort: Es glich einem riesigen Wurm. Es war ein Steinfresser. Auch während Al ihn anstarrte, fraß der Steinfresser weiter. In dem kreisförmigen Maul, das sich an der Spitze des Körpers befand, blitzten unzählige spitze, nach innen gerichtete Zähne. (...)



